Kirchenkreise, kirchliche und diakonische Einrichtungen und Kirchengemeinden in der rheinischen Kirche wählen in den ersten vier Monaten dieses Jahres, also bis zum 30. April, ihre Mitarbeitervertretungen (MAV). Nach einer Einladung zur Wahl wird vier Wochen später gewählt. Gute Gründe, eine Mitarbeitervertretung zu wählen, gibt es genug. Sich selbst als Kandidat oder Kandidatin aufzustellen, auch. Denn ohne Mitarbeitervertretungen in Kirche und Diakonie haben Mitarbeitende keine Mitbestimmungsrechte und keine Mitwirkungsmöglichkeiten.

Die Mitarbeitervertretung übt im Auftrag der Mitarbeitenden die innerbetriebliche Mitbestimmung aus. Sie wird dazu durch die MAV-Wahl autorisiert und ist in ihrem Amt durch das Mitarbeitervertretungsgesetz (MVG) legitimiert und geschützt. Mindestens einmal im Jahr informiert sie die Mitarbeitenden über relevante Themen.

In vielen für Arbeitnehmer/-innen wichtigen Fragen – von der Arbeitszeit, der Eingruppierung in eine Entgeltgruppe bis zur Kündigung – kann die MAV mitwirken und Verbesserungen für die Mitarbeitenden erreichen. Und sie kann durch ihre Mitbestimmungsrechte bei unternehmerischen Entscheidungen unter Umständen weitreichende Folgen für die Beschäftigten abmildern. Auch Maßnahmen zur Gesundheitsfürsorge, zur betrieblichen Wiedereingliederung und der Weiterqualifizierung von Mitarbeitenden und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann sie beim Arbeitgeber einfordern.

Allerdings gilt auch: „Kirchlicher Dienst ist durch den Auftrag bestimmt, das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen. (...) Die gemeinsame Verantwortung für den Dienst der Kirche und ihrer Diakonie verbindet Dienststellenleitungen und Mitarbeiter wie Mitarbeiterinnen zu einer Dienstgemeinschaft und verpflichtet sie zu vertrauensvoller Zusammenarbeit (...)." (aus der Präambel des Mitarbeitervertretungsrechts).

Damit es diese Mitarbeitervertretung gibt, braucht es ausreichend Menschen, die bei der Wahl kandidieren. Das braucht ein bisschen Mut und auch Kommunikationsfähigkeit, um in bestimmten Fällen zu einem fairen Ausgleich zwischen den Sichtweisen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer kommen zu können. Keiner kann alle Vorschriften, Rechte und Gesetze kennen, schon gar nicht als Neuling. MAV-Mitglieder haben darum das Recht, Seminare und Fortbildungen zu besuchen. Die Arbeit einer MAV ist wird nicht extra vergütet, der Arbeitgeber stellt Mitarbeitende jedoch dafür in ihrer Arbeitszeit frei. Mitglieder einer MAV sind zudem besonders geschützt, sie besitzen einen weiter reichenden Kündigungsschutz als andere Mitarbeitende.

Zurück