„Kunst trifft Kirche" zum fünften Mal in der Heilig-Geist-Kirche in Geldern.

Text und Foto: Geertje Wallasch

GELDERN. Dieses Mal kam das Ensemble "die Noisten" mit einer besonderen Geschmacksrichtung nach Geldern: „Curry auf Oliven." Reinald Noisten stellte die Einflüsse verschiedener Kulturen auf die Musik im Programm vor und wünschte dem Publikum ein Erlebnis mit allen Sinnen. Und das wurde es dann auch. Mit dem ersten scharf gewürzten fröhlichen Tanz, dem „Krakauer Kalauer" begann der Abend. Andreas Kneip hatte ihn aus Erfahrungen in dieser Stadt in melancholisch bis rhythmisch bewegende Musik umgesetzt. Die vier Musiker agierten mit ihren verschiedenen Instrumenten virtuos. Die Musik war tatsächlich so authentisch, wie Noisten es angekündigt hatte. Sie verband sich mit anderen Kulturen. Sogar eine indische Raga hatte das Ensemble Noisten "verklezmert", in der die Tabla von Shan Devakuruparan besonders zum Tragen kam. Dafür hätten sie Zeit gebraucht, so Noisten. Das Ergebnis ließ indische Einflüsse nicht überhören.

Die Evangelische Kirchengemeinde Geldern, Bücher Keuck und der Kunstverein Gelderland hatten zur Veranstaltung „Kunst trifft Kirche" in die Heilig-Geist-Kirche eingeladen. Pfarrerin Sabine Heimann freute sich, viele Besucherinnen und Besucher zu dieser fünften Auflage begrüßen zu dürfen. Die Kirche mit ihrer wunderbaren Akustik liebe die Musik, so Heimann. Mirjam Keuck-Grönheim betonte, dass sie stolz sei, die Traditon fortsetzen zu können, die ihre Mutter mit ihrem Engagement für Kunst schon so viele Jahre prägt. Inge Ruhs vom Kunstverein Gelderland betonte, wie schön es sei, dass das Ensemble Noisten erneut in Geldern gastiere.

Mit „Vanakkam Klezmer" (Sei gegrüßt Klezmer) hatte sich das Ensemble in die Karibik geträumt. Die Instrumente kommunizierten die Kulturen und hießen den Klezmer willkommen. „Tacheles" wurde in instrumentale Klänge transportiert. „Gesiebte Oliven" gab es später auch.

Nach der Pause begeisterte Devan, der tamilische Meistertrommler aus Sri Lanka das Publikum mit einem Trommelsolo. Das Publikum ließ sich auf die zeitweise geforderten Klatschrhythmen ein. Das Programm so flüssig und kurzweilig mit Klarinette und Baßklarinette (Reinald Noisten), Gitarre und Bouzouki (Claus Schmidt), Tabla und anderen Schlaginstrumenten (Shan Devan) und Kontrabass und Ukulele(Andreas Kneip) instrumentalisiert, ließ zwei Stunden mit dieser abwechslungsreichen Vorstellung schnell vergehen.

Die Zugabe war ein Stück mit dem Titel „Gute Nacht", das frisch aus dem Proberaum zum ersten Mal live gespielt wurde. Das wäre ja nicht das erste Mal, so Noisten, dass sie mit ihren verschiedenen Programmen etwas Neues in Geldern ausprobierten.

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