Der Fußball transportiert Werte. Sagt er zumindest. Jede große Weltmeisterschaft wird mit Versprechungen an die Bevölkerung und die Welt verkauft, dauerhaft die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern. Tatsächlich zieht das große Geld sehr schnell weiter. „Demokratische Errungenschaften stehen bei großen Fußballturnieren immer wieder auf dem Prüfstand", sagt Ronny Blaschke, Journalist aus Berlin. Er wirft einen kritischen Blick auf die Umstände, unter denen diese Sportevents stattfinden und benennt mehr als eine Baustelle: Korruption bei der Vergabe der Spielorte, Arbeitsbedingungen beim Stadionbau oder die Verwendung von Steuergeldern.

Das Laboratorium, Evangelisches Zentrum für Bildung, Arbeit und betriebliche Seelsorge lädt in Kooperation mit dem Ev. Forum der Kirchengemeinde Kleve zu einer Diskussion mit Ronny Blaschke ein. Sie beginnt am Montag, 4. Juni um 20 Uhr im Gemeindehaus an der Versöhnungskirche, Lindenallee 42, Kleve.

Kernpunkt der Diskussion wird die Frage sein: „Bejubeln wir Tore und schauen ansonsten weg?" Große Sportevents geben Politikern eine Bühne. Deren Umgang mit Minderheiten, Flüchtlingen, Homosexuellen oder politischer Opposition im Land wird bei den Feierlichkeiten ausgeblendet. Während der Diskussion soll vor allem die Situation in Russland in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Es wird der Frage nachgegangen, wie man die Zivilgesellschaft vor Ort stärken kann, ohne sich mit moralischem Überlegenheitsgefühl in den Vordergrund zu stellen.

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