tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles010/LandGD2018-2.jpgFoto: vlnr: Dr. Kurt Kreiten, Pfr. Jürgen Widera, Drs. Wiel Lenders

Wie entwickelten sich die Beziehungen in der Grenzregion nach den Weltkriegen? Antworten gaben während des Landgottesdienstes der Kirchenkreise und Kreisdekanate Kleve und Wesel zwei Direktoren, die sich heute für Bildung von Menschen einsetzen. Der eine, Dr. Kurt Kreiten, Direktor der Wasserburg Rindern, erinnert sich an seine Kindheit in der Nähe der Grenze zu Venlo: „Wenn wir über die Grenze fuhren, freuten wir uns auf eine sehr offenes und liberales Land." Die Haltung gegenüber den Niederlanden sei vor allem eine Generationenfrage. Großeltern, die den zweiten Weltkrieg mitgemacht haben verhielten sich im Kontakt zu den Nachbarn anders. Obwohl die Beziehungen vor dem Weltkrieg gut und zahlreich gewesen seien.

tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles010/LandGD2018-1.jpgDer Landgottesdienst wurde in der Kapelle der Wasserburg musikalisch umrahmt von den „Point Singers" aus Kleve. Mit ihren Stimmen sowie Querflöte und Keyboard begleiteten sie die Gemeindelieder, darunter wie in jedem Jahr „Eine Hand voll Erde".

Nach dem Krieg in den 1950er Jahren entstanden am Niederrhein Land- und Heimvolkshochschulen wie die Wasserburg. Deren Ziel: Mittels Bildung den Bürgerinnen und Bürgern Perspektiven zu eröffnen und eine gewisse Weltoffenheit mitzugeben. Das sei auch Ziel des Befreiungsmuseums in Groesbeek, erläuterte dessen Direktor, Drs. Wiel Lenders im Gespräch mit KDA-Pfarrer Jürgen Widera. Er lädt beispielsweise regelmäßig Auszubildende von Thyssen-Krupp aus Duisburg zu sich nach Groesbeek ein. Dort befassen Sie sich nicht nur mit dem geschichtlichen Blick zurück, sie lernen im „Museumspark Orientalis" verschiedene Religionen kennen. Wichtig seien heute drei Fragen, so Lenders: Wie konnten wir die Freiheit zugunsten von Nazidiktatur und Krieg verlieren, wie haben wir sie wiedergewonnen und was können wir heute tun, um die Freiheit zu erhalten? Darum ermutigt Lenders Schüler bei Examensarbeiten nicht nur die Zeit der Kriege als Thema zu wählen, sondern auch die Zeit nach 1945 bis heute.

tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles010/LandGD2018-3.jpgNach dem Beginn in der Kapelle zog die Gemeinde zu Fuß zum landwirtschaftlichen Betrieb Siebers rund 1,5 Kilometer weiter. Auf dem Weg hielt die Gruppe bei einem Gedenkstein. An ihm kamen mittels einer Tagebuch-Vertonung die Schrecken des 2. Weltkriegs ganz nahe. Nach den Fürbitten (Superintendent Hans–Joachim Wefers), Gebet und Segen (Diözesanpräses Bernd Hante) endete der Gottesdienst. Gerne nahmen die Besucherinnen und Besucher das Angebot der Landfrauen an, die mit Getränken sowie Brötchen mit Würstchen zum Verweilen einluden.
Im nächsten Jahr wird der ökumenische Landgottesdienst wieder auf der rechten Rheinseite stattfinden.

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