Aus dem Kirchenkreis fuhr ein Bus zum Aktionstag in die Eifel

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Der Aktionstag gegen die Modernisierung der letzten 20 verbliebenen amerikanischen Atombomben auf deutschem Boden begann mit einem Gottesdienst um 11:58 Uhr gegenüber ihrem Lagerort, dem Fliegerhorst Büchel bei Cochem. Von den 500 Teilnehmenden hatten sich 37 frühmorgens in Geldern, Goch, Alpen und Moers in den Bus gesetzt. Sie folgten der Einladung mehrerer Landeskirchen, darunter der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die ökumenisch besetzte Busfahrt vereinigte Menschen aus den Kirchenkreisen Kleve, Moers und Dinslaken. Auf den Tag genau vor einem Jahr hatten 122 UNO-Mitgliedsstaaten die Erklärung zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet. Die deutsche Unterschrift fehlt bisher. Sie ist eine der Forderungen, der mit Unterschriften an die Kanzlerin Nachdruck verliehen werden soll.

Renke Brahms, Pfarrer und Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland forderte, die Herzen nicht abzuschotten, kein „Amerika, Deutschland oder Bayern first" gelten zu lassen. Brahms ging auf die Kritik an Friedensbewegungen ein, naiv zu sein im Angesicht von bewaffneten Feinden. Er drehte die Argumentation um und fragte, wie naiv es denn sei, dass Abschottung Probleme im Aus- und Inland lösen könne. Oder ob in Aufrüstung investierte Billionen sowie veraltete und überholte Strategien helfen würden. Er machte Mut, dass Christen die Botschaft „Frieden kann gelingen" weitertragen.

Für den Frieden auch abseits solcher Aktionstage engagiert ist Wilfried Porwol aus Kleve. Er fuhr am Wochenende mit und ist für die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG) aktiv. Porwol hat bereits weitere Aktionen fest im Blick: Das Friedensfest in Krefeld am 1. September und eine Demo am Tag der Deutschen Einheit in Kalkar.

Das Programm in der Eifel war abwechslungsreich. Umrahmt von Musikbeiträgen der Gruppe „Rostlos" traten verschiedene Menschen an das Mikrofon. Dirk Hermsen, Atomphysiker und Atomkraftgegner seit Jahrzehnten kritisierte, dass die Modernisierung der vorhandenen Bomben ihren Einsatz wahrscheinlicher machen würde. Denn die Kampfmittel blieben keineswegs wie behauptet die alten, nur mit längerer Lebensdauer. Die neuen Waffen wären nach der Modernisierung besser in der Sprengkraft dosierbar und auch besser steuerbar.

tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles010/Buechel3.jpgJunge Menschen aus Amerika, die im Rahmen eines Austauschprojekts der United Church of Christ (UCC) in Deutschland sind, forderten die Abkehr von der Urananreicherung, denn: Nicht nur eine detonierte Atombombe hat schreckliche Langzeitfolgen. „Der Uranabbau schädigt die Minenarbeiter generationenlang, darunter beispielsweise die indigene Bevölkerung Nordamerikas (Navajos)", erläuterte eine der Jugendlichen.

Es sprach einer der ersten Wehrdienstverweigerer in Deutschland: Dr. Hans Christof Graf von Sporek. Als UN-Diplomat verließ er Anfang der 2000er Jahre sein Amt als Kritik an der unmenschlichen Embargopolitik gegen den Iran. „Sicherheit haben wir erst, wenn es auf der Welt keine Waffen mehr gibt", meinte er unter Beifall der Teilnehmenden. Dafür sollte Deutschland sich mit einem Sitz im UN-Sicherheitsrat einsetzen. Beifall bekam auch Dr. Heino Falke. Er ist einer der bekanntesten evangelischen Theologen im Osten Deutschlands. Bis 1993 war er Probst in Erfurt. „Das Atomwaffenverbot muss ins Grundgesetz", fand er. Solange Staaten ihre Existenz an den Besitz von Atomwaffen bänden, würden wir keinen Frieden bekommen.

tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles010/Buechel1.jpgJugendliche aus Baden zeigten am Ende spielerisch, wie einfach man aus einer Rakete einen Kugelschreiber bauen kann, der das Atomwaffenverbot unterzeichnet.

tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles010/Buechel2.jpgDas gemeinsame Picknick mittags fand wie der gesamte Tag gute Resonanz bei den Teilnehmenden vom Niederrhein. Vorbereitet und geplant hatte die Fahrt die Synodalbeauftragte für Friedensarbeit, Pfarrerin Sabine Heimann aus Geldern.

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