Arbeiten gegen den Trend der Wegwerfgesellschaft. Wer kennt das nicht: Viele kleine Elektrogeräte, im Einkauf oft nicht teuer, werden beim ersten Anzeichen von Fehlfunktionen weggeworfen und durch neue ersetzt. Selber weiß man nicht, wie man die Sachen reparieren soll, der Weg zum Fachmann kostet Zeit und selbst dort bekommt man oft zu hören: Die Reparatur lohnt nicht mehr, oder die Kosten stehen nicht im Verhältnis. Also weg damit. Die Müllberge dieser Gesellschaft sehen wir allerdings selten, weil sich diese in Indien oder anderswo befinden.

„Viele Geräte sind nicht wirklich unbrauchbar, vielleicht ist es nur ein Kabelbruch oder sie können mit ein oder zwei Handgriffen repariert werden", das finden die 12 Männer und Frauen in Goch, die am 8. Januar mit ihrem „Repair Café" an den Start gehen wollen. „Hilfe zur Selbsthilfe" heißt dort die Devise. Ersatzteile müssen, sofern benötigt, von den Kunden selbst besorgt werden. Bei der Reparatur zur Seite stehen Menschen, die durch ihren Beruf als Schlosser, Elektromeister, Maschinenbauer und –techniker, Soldat oder Schneiderin Ahnung von Gerätschaften und Textilien aller Art haben. Als Konkurrenz zu den Fachbetrieben vor Ort sieht sich das Reparaturteam nicht. „Ersatzteile müssen ohnehin im Fachhandel besorgt werden und wir reparieren vor allem Geräte, die sonst keiner mehr in die Hand nehmen würde". Vor ein paar Monaten waren es Heinz van de Linde, Karin Krämer-Smit und Hubertus Gödde, welche die Idee an die Kirchengemeinde herantrugen und diese nun in die Tat umsetzen konnten.

Das "Repair Café" – für Kuchen und Kaffee ist auch gesorgt – öffnet jeden 2. Freitag im Monat im Gemeindesaal der Ev. Kirchengemeinde am Markt seine Türen. Zwischen 10 und 14 Uhr können Textilien, tragbare Haushaltsgeräte, Kleinmöbel, Spielzeug und vieles mehr zur Reparatur mitgebracht werden. Im Laufe der nächsten Tage wird auch die Internetseite freigeschaltet: www.repaircafe-goch.de

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