DER GEUSENDANIEL

Und ich sah einen Engel, der ein ewiges Evangelium an die Bewohner dieser Erde zu verkünden hatte, und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde des Gerichts ist gekommen.
[Johannes-Offenbarung]
Geusen (franz.-niederl.) Bettler, ursprünglich Spott-, später Ehrenname der im achtzigjährigen Krieg (1568-1648) gegen die Spanier um ihre Freiheit kämpfenden Niederländer.
Der Geusendaniel, auch Posaunenengel genannt, erinnert ebenfalls an die Geschichte der Reformation. Die Gemeinden am Niederrhein, die sich Gemeinden unter dem Kreuz nannten, setzten als Zeichen durchkämpfter Glaubensnot und bewahrter Gemeinschaft gerne einen Engel mit Posaune auf die Dächer ihrer Haus- und Hofkirchen. In Anlehnung an den niederländischen Glaubenskampf nannten sie ihn Geusendaniel.
Nach dem zweiten Weltkrieg war der Geusendaniel erkennbares Symbol der evangelischen Christen am Niederrhein. Im Evangelischen Kirchenkreis Kleve findet man den Geusendaniel als sichtbares Zeichen niederrheinisch-reformierter Tradition noch heute auf den Kirchturmspitzen der Gemeinden Geldern, Issum, Pfalzdorf, Sonsbeck und Goch.
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