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Chorwerk niederrhein begeisterte mit der Johannespassion

Goch. Für Christen ist die Passionszeit eine Zeit der Buße und der Besinnung. Der Erinnerung daran, Jesus Christus ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben. Johann Sebastian Bach hat in seiner Johannespassion den biblischen Texten eine musikalische Form gegeben. Am Sonntag führte das chorwerk niederrhein unter der Leitung von Kreiskantor Mathias Staut dieses große Werk eindrucksvoll auf. Nachdem die letzte Note in Maria-Magdalena verklungen war, dankte das Publikum stehend mit langem Applaus.

 

Zu den 50 Sängerinnen des chorwerks niederrhein gesellten sich die von Bach vorgesehen Streicher und Holzbläser, allesamt Mitglieder der Duisburger Philharmoniker. Die Solo-Arien intonierten gekonnt Sopranistin Eva-Katharina Horn, Carmen Bangert (Alt) sowie die beiden Bässe Menno Koller und Keno Brandt. Sogar kurzfristig eingesprungen war Tenor Wolfgang Klose, ein Spezialist dieser Passion, die er zum 70. Mal anstimmte. Erneut eine sichere Bank: an seiner Truhenorgel begleitete Wim Wijting die vielen Akteure.

Bach gelingt es direkt mit den ersten Takten der Passion zu zeigen, warum es geht: Die Menge ruft Jesu durchdringend an: „Herr zeige uns durch deine Passion, dass du der wahre Gottessohn“. Die Johannespassion erzählt von den Leiden Jesu, von Juda´s Verrat, der Gefangennahme Jesu über Verhör und Geißelung bis zur Kreuzigung und Grablegung.

In einer Ansprache zeigte Joachim Wolff beispielhaft, wie die biblische Textvorlage mit der Bach´schen Vertonung korrespondiert: „Dreimal leugnete Petrus, Jesus zu kennen, vermutlich aus Angst vor der eigenen Verhaftung. Gleichzeitig spürte er, dass dieser Verrat nicht richtig war. Sein bitterliches Weinen wird von Johann Sebastian Bach eindrücklich vertont.“

Die Johannespassion und das Leiden Christi für unsere Sünden gab und gibt Menschen auch heute Anlass, über eigene Sünden, Fehlverhalten und den Umgang damit nachzudenken. Sie ruft uns außerdem auf, den Menschen, die Unrecht erleiden, zu helfen und nicht alleine zu lassen. Versöhnlich dann erzählte der Schlusschor dem Publikum vom offenen Himmel, der frei von allem Leid ist.

Viel Lob bekamen die Akteure nach dem letzten Lied für die gelungene Aufführung, rund 135 Minuten nach Beginn des ersten Tons. Auch einzelne Mitglieder der Duisburger Philharmonie lobten die Leistung des chorwerk niederrhein. Seit dem Sommer hatten sie in Issum mit Mathias Staut für die Aufführung geprobt.

Im Herbst steht Brahms „Ein deutsches Requiem“ auf dem Spielplan des chorwerk niederrhein, es erklingt am Sonntag, 22. November, ebenfalls in Maria-Magdalena Goch.

chorwerk niederrhein

Das chorwerk niederrhein ist ein Ensemble im Evangelischen Kirchenkreis Kleve bestehend aus zirka 50 Sängerinnen und Sänger aus dem Kreisen Kleve und Wesel. Sie nehmen sich jedes Jahr ein oder zwei große Werke vor, die sie mit professionellen Instrumentalisten und Solisten zur Aufführung bringen. Mitmachen kann jeder, der über eine gewisse Chorerfahrung verfügt und seine Stimme sicher einzusetzen weiß.

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