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Für Brahms aus Bremen an den Niederrhein
Goch/Issum. Sie hat wohl die weiteste Anreise: Sabine Stalmann reist freitags regelmäßig mit dem Zug aus Bremen an, um den Proben des chorwerk niederrhein bewohnen zu können. Gebürtig aus dem Ruhrgebiet, besucht sie rund um die Proben in Issum oder Goch ihren Bruder in Moers, samstags geht der Zug zurück. Das chorwerk niederrhein leitet Mathias Staut, Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Kleve. Pro Jahr werden ein oder zwei Konzerte erarbeitet und aufgeführt.
„Es war mein Bruder, der mich auf die Johannespassion (Aufführung im März 2026) hingewiesen hat“, erzählt die Sopransängerin Sabine Stalmann. „Die Johannespassion wollte ich gerne nochmal singen und bin seitdem mit dem chorwerk verbunden.“ `Ein deutsches Requiem´ aus der Feder Johannes Brahms´wird nun am 22. November in Goch aufgeführt, auch ein Lieblingswerk der Bremerin. Die Aufnahme beim chorwerk sei sehr herzlich gewesen und nicht nur, weil Stalmann eine gute und erfahrene Sängerin ist. „Da das chorwerk sich ja ohnehin aus Menschen verschiedener Gemeinden des unteren Niederrheins zusammensetzt, ist die Atmosphäre sehr offen und angenehm“, erzählt sie. Anfangs war sie ein wenig ängstlich, wie sie als „Neue“ aufgenommen werden würde. „Schön, dass du da bist“, hieß es dann vor einem Jahr.
In Bremen singt die 75-Jährige im Hochschulchor, neben dem Gesangsunterricht, den sie auch noch nimmt. „Ich freue mich, bei den Chören mitsingen zu können“, ist Stalmann dankbar. Denn zumindest was größere, anspruchsvolle Werke angeht, kann das Alter ein Problem sein. „Nicht nur ich, sondern auch meine Stimmbänder sind 75 Jahre alt“, sagt die begeisterte Sängerin. Sie brauchen darum ein gutes und regelmäßiges Training. Selbst wenn Stalmann in den Urlaub fährt, sind darum die Noten mit im Gepäck. Neben der herzlichen Atmosphäre im chorwerk niederrhein schätzt Sabine Stalmann die Probenarbeit: „Mathias Staut gestaltet sie sehr differenziert, er hört gut, was in den Stimmen passiert und hat eine klare Vorstellung davon, wie wir ein Stück interpretieren sollen.“ Natürlich freut sie sich schon sehr auf die Aufführung im November. Das chorwerk wird dabei vom sonantis.chor.köln unterstützt. Für die sieben Sätze des Requiems sind ein Sopran- und ein Baritonsolopart vorgesehen, den Katharina van Nahmen und Keno Brandt übernehmen. Gedanken zu den biblischen Textteilen steuert Pfarrer i.R Joachim Wolff bei, die instrumentale Begleitung liegt in den bewährten Händen von Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker.
Johannes Brahms „Ein deutsches Requiem, op. 45“, wird am Sonntag, 22. November, in St. Maria-Magdalena Goch erklingen. Das Konzert beginnt um 18 Uhr. Karten können im Vorfeld reserviert werden (20/ermäßigt 15 Euro) unter kreiskantorat.kleve@ekir.de oder telefonisch 02823 94 44-31.