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Zum Reformationstag: Liebe leben, Hass wehren
Präses Dr. Thorsten Latzel richtet Botschaft an rheinische Gemeinden
Düsseldorf (28. Oktober 2026). Präses Dr. Thorsten Latzel, leitender Geistlicher der Evangelischen Kirche im Rheinland, ruft zum Reformationstag am 31. Oktober dazu auf, Hass und Ausgrenzung entgegenzutreten und aus christlicher Freiheit heraus Liebe, Gemeinschaft und Hoffnung zu leben. In Zeiten von Krieg, wachsendem Extremismus und Druck auf die Demokratie sei klar: „All das ist mit unserem Glauben nicht zu vereinen – nicht mit dem Gott, der in sich Liebe ist.“
Ausgangspunkt seines zu Wochenbeginn versendeten Schreibens an die Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland ist das Reformationslied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Christliche Freiheit bedeute, aus dem Glauben an Jesus Christus heraus zu lieben und zu hoffen – auch angesichts von Krieg, gesellschaftlicher Verunsicherung und rassistischen Parolen. Diese Freiheit zeige sich ganz konkret im Alltag: wenn Menschen bei Mobbing und Ausgrenzung widersprächen, anderen bei ihren Sorgen zuhörten und sich für Frieden, Bildung und die Bewahrung der Schöpfung einsetzten.
Widerstandskraft leben
Zugleich wirbt Latzel für eine Kultur der Gemeinschaft statt des Misstrauens. Menschliche Vielfalt sei eine Gabe Gottes. Niemand dürfe verloren gegeben werden, denn Gott gebe auch uns niemals verloren. Christliche Hoffnung sei dabei kein naiver Optimismus, sondern Ausdruck innerer Widerstandskraft. „Wir glauben an einen Gott, der Licht aus der Finsternis schafft – und die Welt in seinen Händen hält.“
Freiheit aus Gottes Geist
Die Freiheit, mutig zu lieben, fröhlich zu glauben und getrost zu hoffen, sei nicht allein menschliche Leistung, sondern erwachse aus Gottes Geist. Daraus folge der Auftrag, menschenverachtenden Haltungen zu widersprechen und sich für ein respektvolles und solidarisches Miteinander einzusetzen.
Stichwort: Reformationstag
Der Reformationstag am 31. Oktober erinnert an die Reformation, die Martin Luther mit seinen 95 Thesen im Jahr 1517 anstieß. Im Zentrum steht die Wiederentdeckung der befreienden Kraft des Evangeliums: Der Mensch ist nicht durch eigene Leistung gerecht vor Gott, sondern lebt aus Gottes Gnade. Die damals eingeleitete Erneuerungsbewegung prägt Kirche und Gesellschaft bis heute.