Die Ev. Kirchengemeinde Kerken wird sich von einer ihrer beiden Kirchen, der ev. Kirche in Aldekerk an der Ringstraße, trennen. Das Presbyterium der Gemeinde hat sich bereits länger mit dem Thema Gebäudebestand beschäftigt und einer Analyse unterzogen. Die Gebäude befinden sich zwar in einem baulich guten Zustand. Fest steht jedoch auch, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren ihren Haushalt nur durch Entnahmen aus Rücklagen bewältigen konnte. Vor dem Entschluss fanden mehreren Beratungen durch die Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung (GO) der Landeskirche und eine Ideenwerkstatt mit Gemeindebeteiligung statt. Zwei mögliche Konzepte für Aldekerk und Nieukerk brachte der Diakonieverein Hilden ein. Die Entscheidung fällte das Presbyterium dann in seiner Oktobersitzung und berichtete von ihr während einer Gemeindeversammlung am 4. November. Geplant sei, das Kirchengebäude an einen Investor zu verkaufen, der dort Wohnungen für Menschen mit Behinderung einrichten möchte.

Das Presbyterium befindet sich jedoch weiter im Planungsstadium. Das heißt, es sind noch keine Verträge unterzeichnet. Fragen, was mit der Orgel passiert, ob es einen Fahrdienst zum Gottesdienst nach Nieukerk geben wird, konnten auf der Gemeindeversammlung noch nicht beantwortet werden. Presbyter Michael Rolle sagte dort: „Die finanzielle Lage zwingt uns leider zum Handeln. Wir investieren jedoch lieber in Menschen als in Steine." Pfarrerin Karin Latour ergänzte: „Wie sich die Gemeinde entwickeln will, welcher Raum für ein gutes Gemeindeleben gebraucht wird, darüber muss jetzt gesprochen werden. Vordringlich müssen wir darum an einer neuen Gemeindekonzeption arbeiten. Die Mitarbeit und die Wünsche besonders der Aldekerker Gemeindemitglieder sind uns dabei wichtig." Die Konzeption soll auch berücksichtigen, dass der Pfarrdienstumfang für die Kirchengemeinde Kerken ab 2021 von bisher 100 Prozent auf 75 Prozent einer vollen Stelle zurückgehen wird. Auf die Regionenbildung im Kirchenkreis verwies Superintendent Hans-Joachim Wefers. In ihr organisieren die Pfarrpersonen gemeinsam die gottesdienstliche Versorgung einer Region und können Gemeindeangebote, wie den Konfirmandenunterricht, gemeinsam anbieten. Kerken befindet sich in der „Region Süd" mit den angrenzenden Kirchengemeinden Geldern, Kevelaer und Issum.

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