tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles010/AdventskisteKerken.jpgEin Nachklapp zur Adventszeit: Mit einer neuen Idee machte die Evangelische Kirchengemeinde Kerken gute Erfahrungen: Am 1. Advent stellte sie vor der Kirche in Nieukerk rechts neben der Eingangstür eine Adventstruhe auf. Dort konnten Deko-Gegenstände oder kleine Geschenke hineingelegt oder gerne mitgenommen werden. Dabei galt: „Wer nimmt, muss nicht hineinlegen, wer hineinlegt – muss nicht mitnehmen." Menschen durften wiederkommen und schauen, ob das Hineingelegte schon einen Finder gefunden hat. Die Truhe war von morgens bis zum späten Nachmittag, während der hellen Tagesstunden geöffnet. Nur Lebensmittel sollten nicht in die Truhe gelegt werden. „Betreut" wurde die Adventskiste von Ellen Kley-Olsen und Cornelia von Quistorp.

Pfarrerin Karin Latour ging in der Mitternachtspredigt am 14. Dezember auf die Adventstruhe ein:

„Liebe Gemeinde, seit dem 1. Advent steht nun also diese Truhe, wunderschön mit Lichtern geschmückt, vor unserer Kirchentüre. Diese Truhe selbst hat schon eine sicher spannende Geschichte hinter sich - spannend aber auch ihre Aufgabe im Advent. Sie beherbergt nämlich Geschenke. Solche, die man anderen macht - solche, die man gemacht bekommt. Man konnte also Dinge hineinlegen. Dinge herausnehmen. Beides. Oder einfach nur schauen. Da gab es viele Engel, da gab es Sterne und auch Tassen, Teller, Kannen, Kerzenleuchter - groß und klein. Decken, Baumanhänger - alles Mögliche eben. Meist weiß man bei einem Geschenk, wer der Beschenkte ist. Meist weiß man, von wem man ein Geschenk bekommt. Allein - hier ist es anders. Es war interessant zu sehen, wie manchmal Schulkinder vorbeischauten, vielleicht auf der Suche nach einem Geschenk für Mama. Oder Flüchtlinge, die etwas für ihre Wohnung gebrauchen konnten. Es kamen Menschen mit dem Rollator und brachten Dinge vorbei, manche kamen auch nur schauen. Es ging nicht um Materielles - es ging darum, sich überraschen zu lassen und zu überraschen. Manchmal hatte ich den Eindruck, das Geben fiel leichter als das Nehmen. Dabei ist die eigentliche Kunst, Geschenke anzunehmen. Und dazu gehört ganz unbedingt die Kunst, noch mit den einfachsten Dingen so umzugehen, dass sie etwas preisgeben, womit niemand, auch die Schenkenden nicht gerechnet haben.

Ich habe zwei Dinge mir schenken lassen. Wem auch immer sie vorher gehörten. Einen blauen Glaskerzenständer, den ich gleich weiterverschenkte mit der Geschichte der Truhe. Und ein kleines Teekännchen. Welche Geschichte diese wohl hat. Ein Jahr will ich mich darüber freuen und sie dann im nächsten Jahr wieder in die Kiste stellen. Und wohin meine Engel stehend, fliegend, liegend entschwebt sind, werde ich nicht erfahren. Wichtig ist - sie sind ja in der Welt.

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