tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles011/Landesynodale2019.jpgBildmontage vlnr: Die Landessynodalen Friedrich Graf zu Eulenburg und Hertfeld, Brigitte Messerschmidt und Superintendent Hans-Joachim Wefers, verhindert: Pfarrer Hartmut Pleines.

Die beendete Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland war am Mittwoch noch mal Thema in Issum. Zum Bericht der Landesynodalen über die Ergebnisse der Tagung in Bad Neuenahr hatte der Kirchenkreis eingeladen. Erstmalig fand unmittelbar vor der Landessynode eine dreitägige Jugendsynode statt. An ihr nahmen 55 Jugendvertreter und 55 Landessynodale teil.

„Ich war sehr beeindruckt von der Art und Weise, wie beispielsweise eine 18-Jährige eine Podiumsdiskussion moderiert hat", erzählte Friedrich Graf zu Eulenburg und Hertefeld, Presbyter in Weeze. „Die Landessynode hat sich die Forderungen der Jugendsynode zu eigen gemacht", berichtete Brigitte Messerschmidt, Presbyterin aus Xanten. So sollen fünf „Modellkirchenkreise" über einen Zeitraum von drei Jahren die Partizipation der Jugend prüfen. Dabei sollen Messinstrumente für die Partizipation in Gremien entwickelt und gefasste Beschlüsse auf ihre Folgen für die Jugend überprüft werden. Der Konfirmandenunterricht wird weiterentwickelt. Mehr Beteiligung - weniger Beschulung.

Kinderarmut

Das Thema Kinderarmut kam durch die Jugend nach 2009 erneut auf die Tagesordnung. Erschreckend für Brigitte Messerschmidt war, dass die Armutsgefahr in Deutschland für die 18-24-Jährigen mittlerweile bei 25 Prozent liegt. Die Jugendsynode appellierte an die Landesynodalen, Menschen nicht zu Bittstellern zu machen und sich ihrer diakonischen Verantwortung bewusst zu sein. „Der Jugendausschuss des Kirchenkreises wird die Beschlüsse der Jugendsynode demnächst bearbeiten", informierte Superintendent Hans-Joachim Wefers.

Flüchtlinge und die EU-Außengrenzen

„Bei dem Bericht zur Flüchtlingsproblematik an den EU-Außengrenzen konnte einem schlecht werden", so Wefers. Wie unterschiedlich die „Bekämpfung von Fluchtursachen" ausgelegt werden kann, beweise auch die Europäische Union. Sie toleriere, dass bereits im Niger Grenzen aufgebaut würden, schwangere Frauen mit Kindern verhaftet und in der Wüste ausgesetzt würden. Wiederum die Jugendsynode setzte sich dafür ein, die Rheinische Kirche möge Projekte mit minderjährig unbegleiteten Flüchtlingen unterstützen, wie ein Projekt in Marokko es mache.

Solidarität und Finanzausgleich

Die Kirchensteuern sprudeln auf hohem Niveau. Trotz rund 2 Prozent weniger Kirchenmitglieder konnte durch die gute Konjunktur 4 Prozent mehr Kirchensteuer eigenommen werden. „Bereits von Anfang der Synode an war eine gewisse Ernsthaftigkeit der Synodalen zu spüren", schilderte Superintendent Wefers seine Eindrücke. Denn gegen Ende am Donnerstag beriet die Synode den Finanzausgleich. Es gibt Kirchenkreise, in denen Gemeindeglieder im Schnitt 166 Euro Kirchensteuer zahlen (Kirchenkreis Kleve: ca. 100 Euro) und es gibt strukturschwache und dünn besiedelte Kirchenkreise mit weit weniger als 100 Euro pro Gemeindeglied. Bisher erhielten alle Kirchenkreise 95 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf Aufkommens je Gemeindeglied. Die einen bekamen also mehr als sie selbst aufbringen – auch Kleve – und einige weniger. Diese 95 Prozent sollen nun jedes Jahr bis 2023 um 0,5 Prozent auf 97 Prozent steigen. Statt wie ursprünglich geplant 100 Prozent. Ein Kompromiss, der während der Synode gereift ist und für einige eine finanzielle Atempause darstellt. Die „wenigen" Prozent Punkte bedeuten je nach Größe der Kirchengemeinde einige 1.000 Euro. Das „Miteinander Reden" der Kirchenkreis-Abgeordneten vor der Abstimmung produzierte ein eindeutiges Votum (86 Prozent Ja-Stimmen in geheimer Abstimmung) und große Zufriedenheit.

Alle Beschlüsse Video und Tonmaterial zur Jugendsynode und zur Landessynode auf www.ekir.de

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